Braucht jeder Hersteller ein PIM?

PIM für Hersteller

Einleitung

Die Popularität der PIM-Systeme wächst, nicht zuletzt dank des schnellen Wachstums von E-Commerce und Social Media. Immer öfter werden die gewünschten Produkte von den Endkunden über Onlineshops oder Marktplätze bestellt. Damit die Endkunden ein Produkt überhaupt finden und sich für den Kauf entscheiden können, sollten die Informationen über dieses Produkt klar strukturiert, qualitativ und vollständig sein. Laut dem Research von Sterling Commerce in 2007 sind die Produktinformationen der wichtigste Faktor für einen Onlinekauf – 81% der Onlinekäufer haben diesen Faktor als “sehr wichtig” bewertet.

Der “Zwang” nach qualitativen Produktinformationen wird von den Endkunden an die Einzelhändler, dann an die Großhändler und letztendlich an die Hersteller weitergegeben, denn der Nachfolgende erwartet die besseren Informationen von dem zuvor genannten.

Es ist also der Hersteller, der am meisten mit der Qualität der Produktinformationen konfrontiert wird und sollte sich darum als erster kümmern.

Was ist ein PIM-System?

Ein PIM-System ist für die Aggregation, Aufbereitung und Verbreitung der Produktdaten zuständig und hilft, die damit verbundene Arbeitsprozesse zu beschleunigen und womöglich zu automatisieren. Die Zusammenarbeit verschiedener Kollegen, die mit der Vorbereitung der Produktdaten (technische Spezifikationen, Marketinginformationen, Produktbilder etc) beschäftigt sind, wird systematisiert und besser organisiert. Nachdem die vollständigen Produktinformationen vorbereitet sind, können diese über verschiedene Marketing- und Vertriebskanäle verteilt werden, im besten Falle völlig automatisch.

Wer nutzt ein PIM?

Produktinformations-Management-Systeme können von 3 großen Anwendergruppen verwendet werden:

  • Hersteller
  • Großhändler
  • Einzelhändler

Auch wenn es das gemeinsame Ziel von allen ist, die Qualität der Produktinformationen zu erhöhen und die Vollständigkeit der Daten zu verbessern, verfolgt natürlich jeder Anwender auch seine eigene spezifischen Ziele. Internet ermöglicht dem Einzel- und Großhändler, viel mehr Produkte anzubieten und somit eine sogenannte Long-Tail-Strategie zu verwirklichen. Es können nicht tausende, sondern zehn- oder sogar hunderttausende Produkte ins Sortiment aufgenommen und den Kunden angeboten werden. Das PIM-System kann mit Onlineshops und/oder Marktplätzen der Händler verbunden werden, damit die Produktinformationen dort automatisch veröffentlicht und aktualisiert werden.

Auch für Hersteller gibt es viele Gründe für den Einsatz eines PIM-Systems.

Warum brauchen Hersteller ein PIM?

Niemand kennt sein eigenes Produkt besser als der Hersteller, unmöglich können die Händler das Produkt besser beschreiben. Und je besser ein Produkt beschrieben wird, desto mehr Umsatz kann man damit erzielen. Die Hersteller haben also ein ganz konkretes Interesse, eigene Handelspartner mit hochqualitativen Produktinformationen zu versorgen.

Viele Mitarbeiter eines Herstellers können ein PIM-System gut nutzen:

  • Abteilungen für Research & Development können ein PIM-System nutzen, um CAD/CAM Zeichnungen, technische Angaben und technische Dokumentationen abzuspeichern.
  • Marketing und Vertrieb fügen die Marketinginformationen, Produktbilder und die suchmaschinenoptimierte Produktbeschreibungen hinzu, die einem Kunden ermöglichen, besser informiert zu sein und eine bessere Produkterfahrung zu bekommen. Die potenziellen Kunden sollen das Produkt in Google problemlos finden können.
  • Der Kundenservice nutzt ein PIM, um die produktbezogene Kundenfragen besser und schneller zu beantworten und eventuell Kundenfeedback zu erfassen, damit die Produktinformationen oder das Produkt selbst verbessert werden können.

Die Verbesserung der Datenqualität ist ein sehr abstraktes Ziel. Was heißt dies konkret für einen Hersteller? Die Qualität wird verbessert durch die Strukturierung und Standardisierung aller vorhandenen Produktinformationen; es wird definiert, welche Attribute für welche Produktarten Pflichtattribute sind und welche die freiwilligen. Jedes Produkt wird nur einmal erfasst, und alle, die an der Anreicherung der Daten arbeiten, können direkt in einem System zusammenarbeiten. Die Arbeitsprozesse können automatisiert werden, was letztendlich dazu führt, dass viel Arbeitszeit gespart werden kann und die Fehlerquote bei den Daten erheblich reduziert wird.

Ein besonderes und immer noch sehr wichtiges Thema ist die Erstellung der Produktkataloge. Ein PIM-System ermöglicht, die Erstellung von Print- und elektronischen Katalogen zu beschleunigen oder sogar zu automatisieren. Einige PIM-Systeme können an Adobe InDesign angeschlossen werden, die anderen haben die integrierte Funktionalität für die Erstellung eines Printkatalogs.

Ein Hersteller hat üblicherweise viele Handelspartner, diese sollten stets über aktuelle Produktinformationen verfügen. Auch diese Aufgabe kann ein PIM-System übernehmen. Ein integriertes Händlerportal ermöglicht den Händlern, sich in das System einzuloggen und die Daten, die sie benötigen, selbst herunterzuladen.

Welche Hersteller brauchen ein PIM?

Natürlich braucht nicht jeder Hersteller ein PIM-System. Es sollten ausreichende Gründe vorliegen, um ein PIM-System einzuführen, dies sollte sich vor allem rentieren. Wenn Sie 10 Produkte herstellen, brauchen Sie höchstwahrscheinlich kein PIM, wenn es über 100 sind, kann der Einsatz eines PIM-Systems bereits von Vorteil sein.

Folgende Faktoren weisen auf die Notwendigkeit eines PIM Systems für einen Hersteller hin:

  • Sie haben über 100 Produkte.
  • Wenn Ihre Produktdaten ziemlich komplex sind, kann Excel als Tool unzureichend sein, um diese zu verwalten.
  • Eine Übersetzung der Produktdaten in mehr als 2 Sprachen erweist sich bereits als eine komplizierte Aufgabe, die einen gewissen Workflow hervorruft; ein PIM System kann diesen Workflow steuern.
  • Produktdaten werden von vielen Kollegen benötigt/erstellt.
  • Die Produktdaten werden in bestehende Systeme manuell, manchmal mit Fehlern und unvollständig eingetragen.
  • Sie wollen Ihre Time-to-Market für neue Produkte verkürzen, denn aktuell dauert die Vorbereitung der neuen Produktinformationen viel zu lange.
  • Sie haben einen Printkatalog und dieser muss regelmäßig aktualisiert werden.
  • Sie wollen Ihre Handelspartner mit Produktdaten automatisch versorgen.

Fazit

Für die Mehrheit der Hersteller wird der Einsatz eines PIM-Systems zu einem Muss. Viele Probleme rund um Produktdaten lassen sich damit lösen, Kosten können eingespart werden, die Einführung neuer Produkte kann beschleunigt werden. Die konsistenten, ausführlichen und qualitativen Produktinformationen glänzen über alle Kanäle, indem Sie die Umsätze eines Herstellers erhöhen und den Brand Equity verbessern. Natürlich braucht nicht jeder Hersteller ein PIM-System und ein PIM sollte nicht als die Lösung aller Probleme betrachtet werden. Die Einführung eines PIM-Systems ist nicht gerade günstig, daher sollte man die Vorteile und Nachteile für sich sehr gut abwägen.



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