Cross Media Publishing - Definition und moderne Trends

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Der Content ist König! Märkte werden komplexer, Kunden immer anspruchsvoller und Publikationen werden dabei zu einem der Wettbewerbsfaktoren. Unternehmen sind dadurch gezwungen, schnell und zielgruppengerecht in unterschiedlichen Medien zu publizieren. Man steht vor der Herausforderung, ein konsistentes Publikationsmanagement über relevante Medien, vor allem Print und Online, zu organisieren. Ohne ein effizientes Cross Media Publishing kann ein Unternehmen die gewünschten Zielgruppen kaum erreichen.

Was ist Cross Media Publishing?

Gemäß Definition von Wikipedia bedeutet Cross Media Publishing (CMP) oder Digital Publishing das medienübergreifende Publizieren von Inhalten auf der Grundlage von medienneutralen Daten. Es werden Inhalte erstellt und verbreitet, die in einer medienneutralen Form gespeichert sind, aber dank einer automatischen Verarbeitung pro Media für verschiedene Medien (z.B. Web, Print und Mobile) genutzt werden können, um die Gesamtzeit und -Kosten für die Publikationen über alle Kanäle einzusparen.

Inhalte werden in einer Datenquelle, dem sogenannten Single Source Publishing erstellt und für verschiedene Ausgabekanäle herausgeleitet. Zum einen wird das durch die Nutzung medienneutraler Datenformate wie zum Beispiel XML für Texte oder SVG für Grafiken ermöglicht. Zum anderen – dank der Integration mehrerer Systeme, aus denen die Informationen direkt in den benötigten Kanal veröffentlicht werden.

Welche Systeme können für Cross Media Publishing eingesetzt werden?

CMP ist eine große Herausforderung für Ihre IT. Damit es funktioniert, sollen viele Systeme miteinander verknüpft werden:

  • Dedizierte CMP Systeme
  • ECM – Enterprise Content Management Systeme
  • DAM – Digital Asset Management Systeme
  • PIM – Produktinformations Management Systeme
  • CMS – Content Management Systeme (Redaktionssysteme)

Natürlich sollen nicht alle Systeme zugleich verwendet werden. Wichtig ist nur, dass die Workflows, die bei der CMP entstehen, in der bestehenden Systemlandschaft umgesetzt werden, damit Arbeitszeit eingespart werden kann und die Publikationen über die zahlreichen Kanäle (halb)automatisch erfolgen können. Darüber hinaus bieten einzelne Systeme, wie z.B. PIM-Systeme, die Möglichkeit, kanalspezifische Inhalte direkt in System aufzubereiten.

Welche Vorteile bringt Cross Media Publishing?

Cross Media Publishing ist die Querverbindung zwischen einzelnen Kanälen, dabei werden Inhalt, Struktur und Publishing getrennt voneinander behandelt. Die Inhalte können sich überschneiden, jedes einzelne Medium kann dem Leser auch neue Informationen liefern. Das Cross Media Publishing bietet mehrere Vorteile für die Anwender.

Einheitliche Medienneutrale Datenbank für die Inhalte

Inhalte aller Form, inkl. Texte und Bilder, werden medienneutral gespeichert (hauptsächlich als XML-Daten). Somit können diese für verschiedene Medien schnell verwendet werden. Und das bedeutet, dass die Leser mit Informationen schneller versorgt werden.

Schnelle Publikation auf mehreren Kanälen

Die Publikationen können schneller in mehreren Kanälen veröffentlicht werden und das ganz ohne Qualitätsverlust, da aus den XML-Daten die Inhalte in HTML, PDF und anderen Formate leicht erzeugt werden können.

Minimierung von Fehlern

Dank der maximalen Transparenz bei der Organisation, Verwaltung und Pflege der Daten stehen diese jedem Mitarbeiter stets zur Verfügung, in einem einzigen Repositorium, dadurch wird die Qualität der Inhalte erheblich verbessert.

Verbesserung des Brand Equity

Ein einheitliches Corporate Design und Präsentation von eigenem Brand auf allen Medien wird die Konsumenten langfristig anlocken und einen Wiedererkennungseffekt schaffen.

Reduzierung des Arbeitsaufwandes

In vielen Unternehmen werden Bildauflösungen und Textvarianten mehrfach gespeichert oder müssen für jeden Kanal einzeln umgewandelt werden. Beim CMP werden Bilder in bester Qualität im Single Source Publishing gespeichert und erst beim Publizieren auf die erforderliche Qualität skaliert – z.B. Bilddaten sind im RGB-Modus mit 300 dpi Auflösung gespeichert, für den Printkatalog werden diese dann in CMYK-Daten mit 300 dpi und für das Internet in RGB-Daten mit 72 dpi konvertiert. Auch die Texte brauchen nicht mehr in mehreren Varianten abgespeichert zu werden, denn diese können aus einer Textversion automatisch erstellt werden.

Verbessertes Content Marketing

Laut dem 2019 Content Preferences Survey Bericht von Demand Gen Report gaben 73% der Befragten an, dass sie wenig Zeit zum Lesen und Recherchieren haben und in der Regel drei bis sieben Publikationen lesen, bevor sie den Verkäufer kontaktieren. Das bedeutet, dass die Anbieter Angebote zum richtigen Zeitpunkt liefern müssen, die übersichtlich und vertrauenswürdig für das Publikum sind.

Man muss einen Anreiz schaffen, den der Nutzer auf jedem einzelnen Medium erlebt. Dabei werden die Leser auch auf andere Kanäle neugierig. Zum Beispiel kann das Zentrum der Crossmedia-Kampagne die Webseite sein. Printprodukte wie Flyer oder Broschüren können dank eines QR-Codes die Leser zur Homepage leiten und zur Interaktion auffordern – z. B. durch Rabatte oder Aktionen im Onlineshop. Auf Facebook, Instagram oder Twitter sollten die Publikationen wiederum den Nutzer zur Webseite locken (z. B. „Mehr Informationen und neue Produkte finden sie auf unserer Webseite.“ etc.).

Herausforderungen von Cross Media Publishing

Cross Media Publishing und Content Marketing sind eng miteinander verknüpft. Content Marketing ist ein Mittel im Rahmen der Kommunikationsstrategie, das sich mit dem Erstellen und Publizieren eines hochwertigen Inhalts beschäftigt. Um den Content im passenden Medium an die richtige Zielgruppe zu bringen, müssen Unternehmen eine gute Cross Media Publishing Strategie entwickeln und umsetzen. Dabei gibt es viele Herausforderungen zu meistern.

Medien haben unterschiedliche Anforderungen

Die größte Herausforderung ist die Vermittlung einer Grundidee über unterschiedliche Kanäle. Jeder Kanal hat seine Anforderungen an Content, die beim Publizieren zu befolgen sind. Das bedeutet, dass Inhalte bestmöglich an jede Plattform angepasst werden müssen. Es ist nicht ausreichend, eine Publikation für alle Medien zu erstellen. Während Flyer schöne Bilder bieten, überzeugen Posts im Internet mit knackigen und aussagekräftigen Headlines. Deshalb müssen beim Publizieren bedürfnisorientierte Inhalte und gezielte Formate ausgewählt werden.

Aufbereitung der Daten

Die Aufbereitung der Inhalte für verschiedene Plattformen ist sehr aufwändig. Ein Bildformat für soziale Netzwerke, ein anderes für Printkataloge und noch ein drittes für Webseiten-Inhalte: das bedeutet viel Aufwand, um einzelne Inhalte ihren Publishing-Kanälen entsprechend aufzubereiten. Während im Print das PDF-Format verwendet wird und Bilder in der CMYK-Farbpalette in einer hohen Auflösung erforderlich sind, werden für die Veröffentlichung im Web HTML-Format und RGB-Farben in einer niedrigeren Auflösung benötigt.

Hochwertigen Content erstellen

Die Bedürfnisse des Konsumenten sollen auf jeder Ebene der Customer Journey zufriedengestellt werden. Es ist qualitativer Content zu veröffentlichen, da neue Kunden nur von hochwertigem Content angelockt werden können. Das Wichtigste ist, dem Kunden einen Mehrwert statt Werbung anzubieten. Zum Beispiel mit einem Blog auf der eigenen Webseite, auf dem der Content regelmäßig erscheint, kann ein Unternehmen punkten.

Moderne Trends

Unternehmen kämpfen um die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe. Damit der Content jedoch einen langfristigen Gewinn bringt und beim Publikum punktet, müssen Unternehmen moderne Trends und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe berücksichtigen. Digitale Medien werden zu alltäglichen Touchpoints und soziale Netzwerke ermöglichen, die Verbreitung von Inhalten zu messen.

User suchen ein Gespräch

Mithilfe einer Individualisierung von Content und Ansprache kann man auf die Bedürfnisse des Käufers eingehen. Unternehmen, die sich um ein Dialog mit dem User bemühen, bekommen auch oft eine Reaktion (Likes, Shares und Feedback). Personalisierung bietet einen großen Wettbewerbsvorteil. Je mehr Daten Sie über Ihre Kunden haben, desto größer ist die Chance, sie richtig anzusprechen. Natürlich sind die Datenschutzbestimmungen dabei zu beachten.

Einzigartige Inhalte werden erwartet

Die meisten Unternehmen in einer Branche veröffentlichen ähnlichen Content, und oft duplizieren sie diesen auf allen ihren Kanälen. Dadurch wird es schwieriger, das Ranking für bestimmte Keywords zu verbessern. Versuchen Sie, Ihre Kunden mit neuen, für einen Kanal spezifischen Informationen zu versorgen, die bei Ihren Konkurrenten nicht zu finden sind. Es ist nicht mehr ausreichend, gleiche Inhalte auf jedem Medium zu publizieren, übernehmen Sie diese also nicht 1:1!

Kreativität trägt Früchte

Publikationen mit Entertainment und Humor machen auf die Marke aufmerksam und wecken bei den Käufern positive Emotionen. Kreativität verbessert die Produktkommunikation mit Ihrer Zielgruppe. Obwohl dieser Trend nicht alle Branchen betrifft, können auch komplexe Inhalte und Informationen originell übertragen werden. Eine weitere Studie von Demand Gen ergab, dass 86% der Käufer interaktive Inhalte bevorzugen. Der visuelle Effekt kann z.B. durch bunte Bilder und animierte Videos erzielt werden.

Brand Storytelling sollte verbessert werden

Brand Storytelling schafft einen umfassenden Einblick in die Unternehmenskultur, dessen Geschichte und Visionen. Dabei geht es darum, Versprechen zu geben und diese einzuhalten, wenn der Kunde Ihr Produkt bestellt. Es zeigt die wahre Motivation, Vision und Mission des Unternehmens. Kurz gesagt: Brand Storytelling dient dazu, menschliche Beziehungen aufzubauen und das Publikum dadurch mitzureißen und für die eigene Marke zu begeistern.

Präziser Inhalt wird erwartet

Die durchschnittliche Wortanzahl in den Texten ist gestiegen, während die Aufmerksamkeit der Leser immer geringer wird. Obwohl der Inhalt wichtig ist, erwarten Sie nicht, dass die User alle Ihre Inhalte lesen werden. Besser ist es, sich auf die relevantesten Inhalte zu konzentrieren, die in einem regelmäßigen Zyklus präsentiert werden, kanalspezifisch sind und genau die User ansprechen, sie sich über einen Kanal informieren.

Fazit

Cross Media Publishing wird Ihnen helfen, im harten Konkurrenzkampf zu überleben. Denn es ermöglicht, die Inhalte einmalig medienneutral zu erstellen und mehrfach in vielen Kanälen zu verwenden, z.B. Print und Online.

Mit Cross Media Publishing vermeiden Sie eine asynchrone Datenhaltung und viele Fehler, die bei der Datenaufbereitung auftreten können. Die Organisation, Verwaltung und Pflege der Daten sind mit CMP transparent. Das hilft auch dabei, den Arbeitsaufwand zu reduzieren.

Damit Ihre Cross Media Publishing Strategie erfolgreich ist, sollten Sie auch modernen Trends folgen: die Kommunikation mit Kunden optimieren, keine gleichen Inhalte auf allen Medien veröffentlichen, und - wenn möglich - originellen Content publizieren, da er von den Kunden besser wahrgenommen wird. Auch Brand Storytelling sollte nicht vernachlässigt werden – das schafft einen positiven Eindruck über Ihre Marke.


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